„Geheimnisvoller Friede erschüttert die Welt, tausende Reporter ohne Arbeit?“ Diese „Nachricht“ von Schülerseelsorger Gabriel Breite zu Beginn des Weihnachtskonzertes klang wie die beste Botschaft an die Menschheit. Doch würde dieser plötzliche Friede auch funktionieren, oder wären die Menschen damit überfordert, so Breite und zitierte den „Traum“ der Nachrichtensprecherin Marietta Slomka: „Ich halte die Welt der schlechten Nachrichten einfach an.“
Doch im Stall von Bethlehem geschah genau das, dass die Welt inmitten von Not, Leid und Krieg für einen Moment anhielt. Denn es wurde jene Friedenshoffnung geboren, von dem über 100 Schüler des „Musik-Gymnasiums Lender“ in vielen Facetten ihren Traum von Weihnachten sangen, musizierten und spielten. Dabei schien tatsächlich die Zeit etwas still zu stehen. Denn die vielen Besucher in der Heimkirche durften auch mit dem modernen Krippenspiel „Wer kennt diesen Mann“ der Unterstufen-Theater-AG (Leitung Melanie Plasberg) in eine Welt eintauchen, in der viel von Hoffnung, Menschlichkeit und Sehnsucht nach Frieden anklang. Dafür bedankte sich Schulleiter Marco Cataldo bei allen Akteuren, die niveauvolle und klangschöne Impulse gaben, um das „Fest der Liebe nicht zu vergessen.“
Im Stile der venezianische Mehrchörigkeit des 16. Jahrhunderts eröffnete ein Blechbläserensemble (Leitung Jürgen Bruder) das Konzert von der Empore aus, wobei mit der achtstimmigen „Canzon Septimi Toni No 2“ von Giovanni Gabriele das kunstvolle Wechselsiel wunderbar zum Klingen kam. Die Streicherklasse 6 (Leitung Marylène Lung und Stephan Lung) erfreute mit einer schönen Filmmusik aus „Les Choristes“ und ließ mit „Hört der Enge helle Lieder“ Weihnachtsstimmung aufkommen, während das Streichervororchester (Leitung Katharina Fehler) mit dem Musical „Beauty and the Beast“ und dem Ballett-Walzer „Dornröschen“ von Tschaikowsky viel Freude bereitete.
Dass an der Lender der Chorgesang bestens gepflegt wird, belegte der Jugendchores 7/8 (Leitung Christine Alshut) mit modernen Liedern zur Weihnachtszeit wie „Ein Glockenton klingt durch die Nacht“. Auch wurden die Zuhörer mit auf den Weg nach Bethlehem in die „gesegnete Heilige Nacht“ genommen, von der Liebe und Friede ausgehen soll.
Für ein Glanzstück sorgte das Streichorchester (Leitung Ulrich Noss), das beim Händel-Jugendpreis 2024 einen Förderpreis erhielt und nun mit dem „Concerto grosso g-Moll von Arcangelo Corelli und der „Weihnachts-Pastorale“ (Cembalo Nick Wlasow) eine virtuose Leistung darbot. Auch mit dem „Adagio“ aus einem Violinkonzert von Bach (Solistin Solveig Sonntag) begeisterte das Orchester mit einem feinen Klangbild.
Zum Finale erlebten die Besucher gesanglichen Genuss mit dem Kammerchor (Leitung Ellen Krämer), der mit einem jazzigen Weihnachtssong mit originellem Glockenklang aufwartet. Im Stile der A-capella-Gruppe „Pentatonix“ und der Stimmung eines heimeligen Weihnachtsabends ging es zu einem super Finale mit Kammerchor, Streichervororchester und Percussion-AG 5/6 unter der Leitung von Katharina Fehler, die ein famosen Arrangement von „Little drummer boy“ mit dem vollen Sound des Schlagwerks und einem furiosen Klangbild schrieb.
Text & Bilder: Roland Spether







