Auf dem Campus des Lender-Gymnasiums ist es derzeit ziemlich ruhig. Die Sommerfeien haben die Halbzeit überschritten und die Ferienzeit ist die perfekte Zeit, in den Gebäuden wichtige bauliche „Schulaufgaben“ umzusetzen. Damit wird der Rahmen für das Lehren und Lernen aufgewertet und das Leben in der Schulgemeinschaft mit seinen vielfältigen Aktivitäten, Projekten und Veranstaltungen erhält neue Akzente für den Unterricht. Dazu investiert die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg als Trägerin des Lender-Gymnasiums derzeit an drei Baustellen 585.000 Euro, um die räumliche Situation zu verbessern. Darüber hinaus wurden größere Bauprojekte mit einem Volumen von über 2,5 Millionen fertiggestellt, wie Josef Wangler vom Referat Bau und Immobilien der Schulstiftung mitteilte. Diese Projekte hatten Themen wie Klima, Energie, Umweltschutz und Fahrradmobilität im Blick, denn Ökologie, Nachhaltigkeit und die Bewahrung der Schöpfung sind an den Stiftungsschulen „verbindliche Prinzipien“. Am Standort der alten Aula entstand eine überdachte Fahrradabstellanlage mit 225 Fahrradstellplätzen (Landesförderung 286.875 Euro) sowie mit Moped- und Rollerstellplätze. Es wurde auch ein Beach-Volleyballfeld angelegt. Der Anbau am Schulgebäude erhielt mit über 1,5 Millionen Euro eine energetische Sanierung mit Gewerken für Dach, Fassade und Fenster (Bundesförderung 132.835 Euro), auch die Glaskuppel in der Heimkirche wurde saniert (40.000 Euro).
„Wir sind bei Bausachen ein eingespieltes Team“ meinte der Stellvertretenden Schulleiter Mathias Feigenbutz zu dem „Runden Tisch“ mit Geschäftsführerin Andrea Mayer, Referatsleiter Bau und Immobilien Michael Engler sowie dem Architekten Joachim Kupfer und dem Technischen Leiter Daniel Matt. Durch die Schulstiftung und deren Trägerschaft von 14 Schulen gebe es kompetente Ansprechpartner mit viel Erfahrung, damit solche großen Projekte mit den Mitarbeitern vor Ort geplant und realisiert werden könne, so Feigenbutz.
Fleißig gearbeitet wird derzeit im künftigen Informatikraum (110.000 Euro), hier wird vom Boden über die Wände, Decke und Elektrik bis zur Ausstattung alles erneuert. „Der Fachraum wird so eingerichtet, dass er flexibel genutzt werden kann“, betonte Feigenbutz. Dies bedeute, dass es an der Südseite keine fest installierten Rechner mehr gebe, hier werde sich die technische Infrastruktur für das Arbeiten mit Laptops und Tablets befinden. Im Unterricht würden die Schüler an Tischen und nicht mehr in einem Stufensaal sitzen, so dass sich neue Lernformen ergeben. Diese Neugestaltung sei auch Teil der digitalen Transformation in der Schulstiftung, um Schüler, Lehrer und Verwaltung sukzessive mit der modernen Technik auszustatten. Durch den großen Bedarf an Informatikunterricht am Beruflichen Gymnasium sei dieser neue Raum sehr wichtig, er könne aber auch für andere Fächer oder für Elternabende genutzt werden, so Feigenbutz.
Die zweite Baustelle befindet sich im „Franziskusbau“ des früheren Internates über der Cafeteria, dem Speisesaal und der Küche. Hier wird ein großer Speisesaal komplett neugestaltete und darin ein „Pirmin-Gedenkzimmer“ eingerichtete, das mit Bildern an das Spätberufenenseminar St. Pirmin erinnern soll. Die Vereinigung der Altsasbacher beteiligt sich mit 67.000 Euro an den Kosten in Höhe von 135.000 Euro. Von 1959 bis 2016 besuchten etwa 600 Seminaristen diese Schule des Zweiten Bildungsweges, machten in vier oder sechs Jahren das Abitur und viele ergriffen pädagogische, medizinische und soziale Berufe. Ganz im Sinne von Franz-Xaver Lender und dem Gründer Erzbischof Hermann Schäufele wurden 130 Pirminer zu Priestern geweiht, über 30 traten in einen Orden ein. „An den Altsasbachertagen können sich die Pirminer hier treffen und ihre Erinnerungen austauschen“, betonte Feigenbutz. Auch dieser Raum sei je nach Bedarf flexibel als Speisesaal oder für Veranstaltungen nutzbar. Im Zuge der neuen Raumgestaltung wird auch die Spülküche erneuert (220.000 Euro), denn bei täglich bis zu 800 frisch zubereiteten Essen für die Mitglieder der Schulgemeinde fällt einiges an Geschirr an. Eine dritte Baustelle befindet sich im Verwaltungsgebäude. Hier werden die WC-Bereiche (120.000 Euro) mit Fliesen, Decken, Sanitärausstattung und Beleuchtung neu gestaltet.
Text & Fotos: Roland Spether



