Soziales Lernen im Waldklassenzimmer

Lender Gymnasium Waldklassenzimmer Soziales Lernen (4)
Mitte Oktober war es für die vier Sextanerklassen zum zweiten Mal soweit: Sie durften für das zweite Modul aus dem Bereich „Soziales Miteinander“ erneut einen Tag im Waldklassenzimmer auf der Hundseck verbringen, welches sie schon im September für ein erstes Kennenlernen im Rahmen des Wandertages besucht hatten. Dort erwartete sie bereits die Schulsozialarbeiterin Sibylle Wienk-Borgert sowie der Schulseelsorger Gabriel Breite, die mit den einzelnen Klassen jeweils verschiedene erlebnispädagogische Übungen durchführten, welche Kooperation und Teamgeist forderten und bei Erfolg oder auch Misserfolg entsprechend reflektiert wurden.
Nach einer kurzen Phase, in der die Kinder sich anhand eines schon beim ersten Aufenthalt ausgesuchten Baumes wieder mit diesem besonderen Ort vertraut machen konnten, war es Aufgabe, als gesamte Gruppe beispielsweise einen mit Wasser gefüllten Becher auf einer Plane stehend von einem Ort zum anderen zu transportieren, ohne dass der Becher umkippte. Dabei durfte der Becher nicht berührt werden. Hierbei war zunächst gemeinschaftliches Überlegen gefragt, bevor verschiedene Lösungsmöglichkeiten ausprobiert wurden. Nach einer Reflexionsphase darüber, was in solch einem Prozess  hilfreich sein kann, musste in einem weiteren Kooperationsspiel erneut eine gemeinsame Strategie entwickelt werden. Hierbei ging es darum, eine „Moorlandschaft“ mit Hilfe von Floßteilen (Holzstücken) zu überqueren, von denen man jedoch keines „leer“ schwimmen lassen durfte und nur eine begrenzte Anzahl zur Verfügung hatte. Auch nach dieser Übung wurde darüber nachgedacht, was gut oder auch weniger gut verlaufen war und woran man gemeinsam arbeiten könnte. Diese Ergebnisse wurden auf einem Plakat festgehalten, was sich nun im jeweiligen Klassenzimmer befindet.
Nach der sich anschließenden Mittagspause standen Wahrnehmungsübungen auf dem Programm, bei der sich „blinde“ Kinder zuerst von Mitschülern führen lassen durften, sich danach an einem Seil durch einen Abschnitt des Waldes hangeln mussten oder auch als Kamera fungierten und „das schönste Waldbild“ aufnehmen und beschreiben sollten. Ziel war es hierbei jeweils, verschiedene Sinne zu schärfen und damit einhergehend eine bewusstere Haltung gegenüber der Umwelt und auch den Mitschülern zu erreichen.
In einem Wandel-Gottesdienst unter dem Blätterdach der alten Buchen und an einer Quelle erzählte Schulseelsorger Gabriel Breite davon, wie Jesus seine Freunde gefunden hat. Nach einer kurzen gemeinsamen „Blitzlichtrunde“ zum Abschluss fuhren die Kinder dann mit dem Bus wieder hinunter zur Schule.
Das Ende dieses Moduls läutet gleichzeitig auch eine Pause bezüglich des Aufenthalts auf der Hundseck ein, denn erst im Februar wird es im Waldklassenzimmer weitergehen. Beginnen wird das Fach Kunst, sich diesen außerschulischen Lernort zu eigen zu machen, bevor von März-Juli noch weitere Unterrichtsfächer folgen.
Text & Foto: Gabriel Breite