Sommerschule 2025 läuft wieder in den letzten Ferienwochen

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„Bei diesem Rechenweg muss irgendwann der Kehrbruch gemacht werden, aber das wird oft vergessen und dies ist mir auch schon passiert“. Die „Lehrerin“ in der Sommerschule des Lender-Gymnasiums, Sandrine Auer, war ehrlich und schmunzelte dabei, als sie sich mit der künftigen Neuntklässlerin Lotta Gewecke mit den Geheimnissen von Formeln für Mathematik und Physik befasste, Rechenwege erläuterte und fleißig Formeln nach der Kraft oder nach dem Weg umstellte. Auf den ersten Blick klang dies wenig nach Sommer, Sonne und Spaß. Denn während die Mitschüler die letzten Ferientage genießen, gehen andere bereits in der zweiten Woche in die Sommerschule. „Ich wollte selbst in die Sommerschule gehen, aber meine Eltern haben schon auch Wert darauf gelegt“. 
Die Neuntklässlerin wurde gut versetzt, doch Mathematik und Physik seien nicht gerade ihre Lieblingsfächer und nun möchte sie das wieder aufholen, was sie im letzten Schuljahr versäumte. „Ich habe schon aufgepasst, aber manches halt nicht verstanden“, meinte Lotta. Dies klappt nun im Einzelunterricht deutlich besser, die Tipps zur Beachtung der fehleranfälligen Kehrbrüche wurden gut vermittelt und die Schülerin war sichtlich zufrieden. „Es ist gut, für Mathematik und Physik etwas Handwerkszeug zu haben, damit nicht immer im Internet nach Lösungen gesucht werden muss“, so Sandrine Auer, die in wenigen Tagen in die letzte Kursstufe hin zum Abitur 2026 startet. Dazu werden in den Naturwissenschaften andere Formeln benötigt, die allerdings auf besagtem Grundwissen und „Handwerkszeug“ aufbauen.
Dies versucht der künftige Abiturient Julian Abele mit Jonas Schmalz, der gut in die 10. Klasse versetzt wurde und seine lieben Sorgen mit Latein hat. „Julian kann es mir gut erklären, alleine zu Hause über das Internet würde es nicht funktionieren.“ Vor zwei Monaten absolvierte Emilia Cappel ihr Abitur an der Lender und kommt nun zurück, „um Schülern zu helfen, sich im neuen Schuljahr sich zu verbessern.“ Konkret bedeutet dies, dass sie „ihren“ Schülern erklärt, wie sie Englisch-Vokabeln besser lernen und mit der Grammatik gut klarkommen.
Dass es Lernangebote unter dem Motto „Schüler helfen Schülern“ gibt, war schon immer ein besonderes Kennzeichen des „Lendergeistes” und der Vereinigung der Altsasbacher. Denn die haben 2011 unter dem damaligen Schulleiter Lutz Großmann mit den Lehrern Katja Lang-Cappel und Gerd Sarcher die Sommerschule gegründet und ein inhaltliches und organisatorisches Konzept entwickelt. Seither war es das Anliegen, Schülern die Chance zu geben, Wissenslücken nachzuarbeiten und sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten.Das Konzept unserer Sommerschule trägt nicht nur dazu bei, schulische Unsicherheiten abzubauen und fachliche Schwächen zu überwinden, sondern bildet zugleich die Grundlage für erfolgreiches Lernen auf Augenhöhe“, betonte Katja Lang-Cappel vom Schulleitungsteam. Ein solches Angebot stärke nachhaltig die Schulgemeinschaft und fördere ein solidarisches Miteinander am Lender-Gymnasium. Sehr erfreulich sei, dass sich aktuelle Schüler der Oberstufe und ehemalige Schüler als „Lehrer“ bereit erklären, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an jüngere Schüler weiterzugeben, so Katja Lang-Cappel, die mit Tanja Kessler, Sandra Schmid-Ehreiser und Corinna Huff die Sommerschule leitet und organisiert. Nachgefragt sind Hilfen vor allem in den Kernfächern Mathematik, Physik, Englisch, Französisch und Latein, wobei die Gründe für die Wahl dieser Fächer ganz unterschiedlich sind. Bei den meisten der Schüler sei es so, dass sie gut in die nächste Klassenstufe versetzt wurden, aber in den Fremdsprachen Vokabellücken haben, die Grammatik nicht „blicken“ oder sich mit der Logik von Zahlen und Formeln schwer tun, so Lang-Cappel und Kessler. Manchmal sorge auch eine Erkrankung dafür, dass der Unterricht nicht besucht werden könne und dann zu viele Lücken nachgearbeitet werden müssten. Ein Zeugnis mit eher mittelmäßigen Noten könne auch der Grund sein, dass manche Schüler von den Eltern „geschickt“ werden, um in schwachen Fächern stärker zu werden. Doch der wichtigste Effekt sei, dass Schüler sicher, motiviert und zuversichtlich in das neue Schuljahr starten. Manchmal würden durch die Sommerschule auch „Lernpatenschaften“ entstehen, so dass sich das „Lehrer-Schüler-Team“ auch das Schuljahr über treffe.
Text & Fotos: Roland Spether