„Was unsere Lehrer in Geschichte nicht wissen, das wissen Sie.“ Die Lenderschülerin war richtig happy, als sie dieses Kompliment ihrem Online-Lehrer „MrWissen2Go“ alias Mirko Drotschmann persönlich sagen konnte, nachdem er zu dem Thema „Falschmeldungen im Netz“ einen super Vortrag mit vielen konkreten Beispielen über Fake-News bei Fotos und Artikeln im Netz gehalten hatte. Dann strömten die Schüler in der voll besetzten Aula von allen Seiten herbei, wollten mit Mirko Drotschmann sprechen und auf jeden Fall ein Erinnerungsfoto machen. Denn der Journalist, YouTuber und Webvideo-Produzent mit Schwerpunkt Geschichte, Politik und Gesellschaftsthemen ist aktuell der Hit im Netz, den eigentlich jeder Schüler kennt und anklickt, wenn er auf eine Klassenarbeit oder Klausur in Geschichte zugeht. Für „Terra X“ steht Mirko Drotschmann als Moderator vor der Fernsehkamera und ist auf dem YouTube-Kanal „Terra X“ zu sehen. Bei „MrWissen2Go Geschichte“ auf Youtube und Instagram vermittelt er aufbereitetes Wissen rund um das Schulfach Geschichte, auf YouTube erreicht er monatlich mehrere Millionen Aufrufe und ist einer der erfolgreichsten Wissensvermittler auf dieser Plattform. Nun kam er auf Einladung des Kuratoriums der Lender nach Sasbach und sorgte nach der Begrüßung durch Adrian Keller für einen einmaligen Einblick in das Netz, indem Chancen und Gefahren aufgezeigt wurde.
„Das Netz bietet unheimlich viele Möglichkeiten sich zu informieren, weiterzubilden und den eigenen Horizont zu erweitern“, so Drotschmann. Im Netz lauern auch einige Gefahren, auf die die Schule die Jugendlichen vorbereiten müsste. Wie Schüler ihre Geräte bedienen, müssten ihnen Lehrer nicht sagen. „Was dringend in den Schulen eingeführt werden müsste, wäre das Schulfach Medienpädagogik, das junge Menschen darauf vorbereitet, sich unter Abwägung von Chancen und Problemen im Netz zu bewegen. Denn Schüler müssen lernen, wie sie mit Inhalten und persönlichen Daten umgehen.“
Wie Fake-News viral durchs Netz gehen, verdeutlichte er an einem Video. Dabei dreschen fremdländisch aussehende Menschen wie wild auf ein Polizeiauto ein. Es soll suggeriert werden, dass es sich um gewaltbereite Flüchtlinge handelt. Die Wahrheit ist allerdings, dass es sich hierbei um eine Szene für einen Film handelte, was in den Kommentierungen überhaupt keine Erwähnung fand. Weitere Bilder zeigten Papst Franziskus in Luxus-Kleidung, die rund um die Welt gingen. Doch bei der genaueren Analyse von Drotschmann wurde deutlich, dass es sich um KI-generierte Bilder handelte, der Papst nur vier Finger hatte und der Lichteinfall nicht einer realen Stimmung entsprach.
Neben dem Fach Medienpädagogik sollte es nach Drotschmann dem Bildungsplan möglich sein, dass in Fächern wie Deutsch, Geschichte und Politik Freiräume bestehen, um sich mit den Chancen und Gefahren im Netz zu beschäftigen. Doch von den Lehrern könnte auch nicht einfach erwartet werden, dass sie eine hohe Medienkompetenz haben, um Schülern auch wichtige Inhalte zu vermitteln. Dazu müssten sie entsprechend ausgebildet sein und sich immer wieder auf dem neuesten Stand des Wissens begeben, um der schnellen Entwicklung im Netz Stand zu halten. Es müssten auch externe Fachleuten in die Schulen geholt werden, die Lehrern, Schülern und Eltern qualifiziert zu Seite stehen und Einblicke geben aus den Bereichen Wirtschaft, Journalismus und Politik.
Mit Blick auf den Bundestagswahlkampf stellte er fest, dass Falschnachrichten deshalb im Netz veröffentlich würden, um die Menschen zu verunsichern, ihnen auch Angst zu machen und als Lösung diese Partei zu wählen, jene aber nicht. Problematisch sei auch, wenn einzelne Personen oder Menschengruppe ausgegrenzt und mit Hass überzog überzogen werden. „Das ist fatal für unsere Gesellschaft.“
Text & Fotos: Roland Spether






