ABBA, Alphorn, Jazz & Morricone – das war das Sommerkonzert

2025 05 Lender Gymnasium Musik Sommerkonzert (2)

Als der Solist Benedikt Stolz beim Sommerkonzert des Lender-Gymnasiums seine Position neben dem Sinfonischen Blasorchester einnahm, den Notenständer richtete und auf seinen Einsatz wartete, waren die vielen Besucher in der Aula ziemlich überrascht. Denn das Instrument des talentierten Musikers war ein Alphorn, mit dem er nicht nur ein virtuoses Solo mit dem Stück „Alphorn Peace Song“ präsentierte, sondern unter der Leitung von Markus Bieringer mit diesem melodisch schönen „Friedenslied“ auch für eine Premiere sorgte. Denn das gab es in der langen Konzert-Geschichte des „Musik-Gymnasiums Lender“ noch nicht, dass ein Schüler ein Alphorn-Solo spielt und mit dem sinfonischen Blasorchester ein als „schwer“ eingestuften Werk darbietet. Dies war ein erlesener Beitrag zum 150. Schuljubiläum, das bis jetzt sehr variationsreich zum Klingen kam.

Mit dem fein disponierten Blasorchester wurden die Gäste mit „Moment for Morricone“ und Melodien des berühmten Film-Komponisten Ennio Morricone hinein in die Welt des „Wilden Westens“ transferiert. Das war Blasmusik voller Dynamik und Prägnanz, die auch besonders bei dem Stück „Schmelzende Riesen“ über die Dramatik der Klimaveränderung erklang. Hierbei wurde die Majestät der Gletscher beschrieben, bevor es in rasanter Fahrt mit Schlittenhunden durch die herrlichen Weiten der Arktis ging. Doch die Fahrt endete abrupt und ein „Klagelied der Gletscher“ wurde angestimmt. Nur gut, dass dieses anspruchsvolle und nachdenkliche Werk mit einer hoffnungsvollen Tonsprache auf eine bessere ökologische Zukunft durch nächste Generationen endete.
Das „Sommerfestival“ war ein weiterer Glanzpunkt zum 150. Jubiläum, doch Ellen Krämer verwies in der vollbesetzten Aula auch bereits auf das große Beethoven-Konzert am 20. Juli. Doch vor der 9. Sinfonie des Meisters waren die ewig jungen Hits der Popgruppe „ABBA“ angesagt, die Ellen Krämer mit dem Mittel- und Oberstufenchores präsentierte. Mit „Money Money Money“ und „Mamma Mia“ wurde die glitzernde Disco-Welt der 1970 lebendig, die immer noch so faszinierend ist, dass sich Jugendliche der 2025er Jahre dafür begeistern. Es machte richtig viel Spaß, den großen Chor der jungen Stimmen zu erleben, die mit einem homogenen, schönen und mitreißenden Klangbild begeisterten. Als dann bei „Dancing Queen“ die Besucher zur Choreografie des Chores im Disco-Style fröhlich mittanzten, war der berühmte Funkte endgültig übergesprungen und alle sangen: „Thank you for the music.“
Dass die Lender-Musik breit aufgestellt ist, wurde am super Auftritt der Combo und der Bigband mit ihrem „Frontmann“  Stefan Nowak deutlich. Denn aus der Aula wurde ein „Jazzkeller“ und der fetzige Sound ließe keinen der Besucher ruhig sitzen, als die Combo mit dem Standard „Watermelon Man“ von Herbie Hancock die Session eröffnete. Die Spielfreude der Musiker war geradezu virtuos, sie riss mit und sorgte mit der Bigband für ein weiteres Highlight des Konzertes. Denn Bigband-Sound an der Lender war schon immer etwas Besonderes und  dafür kann Stefan Nowak immer wieder Schüler begeistern, um in die Welt des Jazz einzutauchen und Stücke wie „Take The A-Train“, „Take Five“, „Caravan“ und „Birdland“ richtig groovige Musik zu spielen,
Text: Roland Spether
Fotos: Roland Spether & Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt