Reisetagebuch – die Lender im März 2025 in Albi

2025 03 Lender Gymnasium SchüleraustauschF Albi (03)
Austausch zwischen der Lender und dem Lycée Amboise in Albi 
Text & Fotos: Tobias Götz

Tag 1

Am heutigen Tag stand die Anreise der deutschen Gruppe auf dem Programm. Da wir einen längeren Aufenthalt in Paris hatten, haben wir einen sonnigen Zwischenstopp an der Notre Dame eingelegt. Anschließend ging es zunächst weiter nach Toulouse, bevor wir in den frühen Abendstunden am Bahnhof Albi von unseren Gastgebern empfangen wurden.
PS.: Das Schild von den Chocolatines ist abgebildet, weil es einen „sprachlichen Streit“ gibt. Im Norden Frankreichs heißen die leckeren Schokoladenbrötchen „pain au chocolat“, im Süden „chocolatine“. Und jeder verteidigt sein Wort vehement. Die Dame in der Bäckerei in Albi hat herzlich gelacht, als wir ihr erklärt haben, dass das Foto ihrer „chocolatines“ dazu dient, dies an einem Gymnasium in Deutschland zu erklären.

Tag 2

Heute wurden wir in der Schule willkommen geheißen. Nach der Begrüßung durch die beiden Schulleiter waren wir zu einem Frühstück eingeladen.
Anschließend arbeiteten die französischen und deutschen Jugendlichen in Gruppen und stellten Ausflugsziele der kommenden Tage vor.
 Dann ging es in ein Museum, in dem Bilder von Henri Toulouse Lautrec ausgestellt waren, dieser Künstler ist in Albi geboren.
Mit einer Tour durch die Altstadt endete der Tag.

Tag 3

Das Wochenende war für unsere Jugendlichen von den Gastfamilien vorbereitet und organisiert.
Wer, wie die Begleiter, die Freude hatte, in die nahegelegene Großstadt Toulouse reisen zu dürfen, wurde mit tollen Eindrücken belohnt: die Basilika St. Servin, die Kathedrale St. Etienne, die Garonne mit ihren Uferabschnitten und viele Häuser in der Altstadt, die aus Backstein gebaut sind, so dass man versteht, warum Toulouse manchmal die „ville rose“ genannt wird.

Tag 4

Auch der heutige Sonntag wurde von den Familien organisiert, Ausflüge zu unterschiedlichen Zielen standen auf dem Programm. Daher möchten wir heute Bilder zeigen, die die Teilnehmer von ihren Ausflügen geschickt haben.

Tag  5

Am heutigen Tag durfte die ganze Gruppe aus französischen und deutschen Jugendlichen an einem Ausflug teilnehmen. Die Besonderheit war, dass alle Strecken mit Fahrrädern zurückgelegt wurden. Nach einer ausführlichen Einweisung ging es los Richtung Saint Juéry. Vormittags wurden wir durch das Musée du Saut du Tarn geführt. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Metall-Fabrik, die mit der Wasserkraft des Tarn den Strom gewann. Nach dem Picknick im Dorfpark wurden wir in einer „Apiculture“ willkommen geheißen. In diesem Geschäft bietet man einen umfänglichen Service für Bienenzüchter an: Bienenkästen, Bretter für Waben, Metallelemente für die Türchen an den Kästen – alles stammt aus einem Unternehmen. Nach der Führung waren wir zu einer Honigverkostung mit verschiedenen Honig-Varianten eingeladen: von süßem Sonnenblumen-Honig bis zu herbem Buchweizen-Honig war für jeden Geschmack etwas dabei. Auf den Fahrrädern ging es am Ende des Nachmittags wieder zurück nach Albi.

Tag 6

Heute ging es mit dem Zug nach Toulouse, um einiges zu entdecken. Die Führung über das Airbus-Gelände, die unsere französische Kollegin organisiert hatte, gehörte zum Höhepunkt der Reise. Wir wurden mit einem Bus an mehrere Stellen des riesigen Geländes, auf dem momentan circa 9.000 Menschen beschäftigt sind, gefahren und erfuhren viel Wissenswertes. Von einer Aussichtsplattform durften wir in eine Montagehalle schauen und konnten miterleben, wie einzelne Elemente verbaut wurden. Aus der Ferne zeigte man uns einen „Beluga“, das Airbus-eigene Frachtflugzeug, in das zwei Flugzeug-Tragflächen passen. Die Dimensionen waren überwältigend, auch wenn auf dem Gelände das Fotografieren leider nicht erlaubt war. Nachmittags wurden wir durch Toulouse geführt. Beeindruckend waren die Bilder im großen Saal des Rathauses, dem einzigen in ganz Frankreich, das „Capitole“ heißt. Der Name kommt von den Stadtoberen, die vom 12. Jahrhundert bis zur französischen Revolution die Geschicke der Stadt leiteten. Am Abend hatten die Gastschüler aus Albi einen bunten Abend vorbereitet, zu dem auch Eltern eingeladen waren. Nach tollem Essen und gemeinsamen Singen gingen alle ziemlich müde, aber mit tollen Eindrücken nach Hause.

Tag 7

Schon sind wir am vorletzten Tag unserer Austauschwoche angekommen, morgen wird es im TGV wieder nach Hause gehen. Heute stand noch einmal das Thema im Vordergrund, unter das unsere französischen Gastgeber die Woche gestellt haben: Nachhaltigkeit im Alltag. Nach einer kurzen Fahrt  wurden wir durch eine Anlage geführt, in der sortiert wird, was in Deutschland in der grünen und gelben Tonne landen würde. Beeindruckend waren die Größe der Anlage, Menge und Gewicht der Abfallpakete, die Geschwindigkeit, mit der die Förderbänder ihre Fracht  durch die Anlage transportierten und vieles mehr. Vielleicht bleibt bei dem einen oder anderen ein Bewusstsein dafür hängen, wie man im Alltag Müll vermeiden könnte.
Da nachmittags die französischen Gastgeber keine Schule hatten, war es für viele Jugendliche der Lender eine letzte Gelegenheit, durch die Stadt zu bummeln, Geschenke einzukaufen und sich von der schönen Stadt Albi langsam zu verabschieden.

Tag 8

Heute morgen hieß es „Au revoir Albi“. Unsere Gastgeber verabschiedeten uns am Bahnhof und wir stiegen in den Zug, der uns zurück in die Ortenau brachten. Müde, erschöpft aber glücklich und mit vielen neuen Eindrücken freuen wir uns jetzt schon auf den Gegenbesuch in drei Wochen und sagen À BIENTÔT !!